Das Jugendzentrum

  

Das Jugendheim – Ein Haus für die Jugend

Mitte der 1950er Jahre geplant, wurde Ende der 1950er Jahre zwischen der Frankfurter Straße und der Wiesenstraße ein großer Neubau errichtet – das Jugendheim. Auf drei Etagen gab es ausreichend Platz für die verschiedensten Jugendgruppen und Werkräume. Bei der Einweihung am 22. April 1960 spielte Harald Falk, Leiter der Musikantengilde, eine eigens von ihm zur Einweihung komponierte Kantate. Der festliche Prolog stammte von Heinz Steguweit: „Dies Haus, der Jugend zugedacht, heut‘ grüßt es seine ersten Gäste…“

Der damalige Landrat Fritz Hesse war bei der Einweihung vertreten und seine Worte „dies ist das schönste Jugendheim des ganzen Kreises“ sind bis heute unvergessen. Entworfen worden war das Jugendheim von dem Architekten Karl Brunne aus Münster. Ihm bescheinigte der damalige Halveraner Bürgermeister Ernst Stamm bei seiner Begrüßungsrede einen meisterhaften Entwurf. Fast eine halbe Millionen DM hatte man mit dem Bau in Halvers Jugend investiert. Dafür gab es Zuschüsse des Landes und des Landschaftsverbandes in Münster sowie des Kreis Altena, zu dem Halver damals noch gehörte.

 

Stadt Halver will das Jugenheim veräußern

Was mit so vielen guten Vorsätzen einst erbaut und mit soviel Euphorie damals eingeweiht wurde, hätte eigentlich für die Ewigkeit sein sollen. Doch anstelle dem Jugenheim, inzwischen Jugendzentrum genannt, neue Impulse mit auf den Weg zu geben und zu versuchen Jugendliche von den Straßen zu holen, denkt die Stadt Halver spätestens 2013 darüber nach das Jugendheim zu veräußern. Das sollte dem Haushaltssanierungsplan zu Gute kommen, mit dem man den Haushalt sanieren wollte.

Aber: „Wo soll das Jugendzentrum Halver hin?“ Diese berechtigte Frage stellte auch Sascha Gerhardt von der FDP Anfang November 2013 bei einer Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses. Doch zu diesem Zeitpunkt konnte darauf niemand eine Antwort geben. Und so schob man es erst einmal auf unbestimmte Zeit nach hinten. Doch was einmal vorgebracht, wird nicht mehr zurückgedacht…

 

DRK-Familienzentrum „juno“ ins Jugendheim

Anfang des Jahres 2015 führte die Stadt Halver intensiv Gespräche mit dem Märkischen Kreis. Dieser forderte nämlich den Ausbau der Ü3- und U3 Kindergartenplätze in Halver. Der dafür benötigte Raum könnte im Jugendheim gestellt werden. Das DRK zeigte bereits kurzfristig Interesse an dem Projekt. Das könnte im Rahmen des DRK-Familienzentrums „juno“ geschehen, was sich an dieser Stelle geradezu ideal anbiete, denn diese Einrichtung nutzt bereits längere Zeit das Untergeschoss.

Da in der Kita-Einrichtung auf dem Nachbargrundstück in der Jugendheimstraße kein Platz für Erweiterungen ist, fiel der Entschluss relativ leicht. Das DRK mietet das Jugendheim. Damit dies funktioniert wurde die gemeinnützige Gesellschaft Kinderwelt Altena-Lüdenscheid gGmbH gegründet.

Nach einer langen, 55jährigen Tradition ist das Jugendheim als Jugendzentrum heute traurige Geschichte. 55 Jahre war es die Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Halver. Dann fiel es den Sparmaßnahmen der Stadt zum Opfer. Zwar hat das Jugendzentrum eine neue Bleibe gefunden und zog 2016 in die Räumlichkeiten der ehemaligen Atlantis-Apotheke und der Bäckerei Braun in der Helle ein, doch verkleinerte sich der zur Verfügung stehende Raum von mehr als 400 m² auf 220 m². Auch wenn dies eine optimale Lage ist, wie auch Bürgermeister Dr. Bernd Eicker schwärmte, stellt sich die Frage nach dem Wohin mit dem Kindernachmittag, der Hausaufgabenhilfe und den Ferienspaß. Das alles sollte doch separat bzw. räumlich abgetrennt sein. Und dafür ist in der Helle dann kein Platz. Schließlich hat die Stadt diese Flächen angemietet und das Jugendzentrum ist inzwischen auch dort eingezogen.

 

Aquarium – Das neue Jugendzentrum in der Helle

Seit dem 1. Januar 2016 ist das neu eröffnete Jugendcafé Aquarium in der Helle die Anlaufstelle für Teenager. Der Leiter Arndt Spielmann zog nach drei Monaten Bilanz. Wie Spielmann sagte, wurde der neue Standort gut angenommen. Es kamen mit ca. 30 Jugendlichen pro Nachmittag mehr wie zuvor in den alten Räumlichkeiten. Im 1. Quartal kamen 247 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 22 Jahren ins „Aquarium“, wie das neue Jugendcafé wegen seiner großen Glasfassade genannt wird.

 

Literatur- und Quellenhinweise

Allgemeiner Anzeiger (jape): „‚Noch nichts konkret…‘“; Allgemeiner Anzeiger, 09.11.2013
Holz, Emanuel: Jugendcafé Aquarium: Positive Bilanz nach 1. Quartal“: www.come-on.de, 10.04.2016 
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „‚Dies Haus, der Jugend zugedacht…‘“; Allgemeiner Anzeiger, 22.04.2015
Ruthmann, Detlef: „DRK mietet ehemaliges Jugendzentrum-Gebäude“; www.come-on.de, 22.08.2015 
Zacharias, Frank: „Jugendzentrum könnte Kindergarten-Plätzen weichen“; www.come-on.de, 14.01.2015
Zacharias, Frank: „Jugendzentrum bezieht Leerstände in der Helle“; www.come-on.de, 28.05.2015
 

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 11.09.2018 12:31:10 Uhr.