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Der Hohenzollernpark

 

Ein neuer Friedhof für Halver

Ursprünglich wurden Halvers Verstorbene rund um die evangelische Kirche beigesetzt. Doch schon im frühen 19. Jahrhundert war dort kein Platz mehr. Amtmann Wilhelm Schmidt, so geht es aus den Archivunterlagen der Ev. Kirchengemeinde Halver hervor, drängte Anfang der 1820er Jahre  den Kirchenvorstand, die Pfarrer, sowie das Presbyterium zur Anlage eines neuen Friedhofes.

Als Standort schlug er der Kirche das kircheneigene Grundstück an der „Provinzialstraße nach Lüdenscheid“, der heutigen Von-Vincke-Straße, vor. Dies wurde dann auch umgesetzt und nach Aufzeichnungen von Pfarrer Dr. Ewald Dresbach zur Geschichte der Kirchengemeinde wurde am 16. September 1823 mit Johann Peter Ahlhaus vom Grafwege die erste Leiche hier beerdigt. 1870 wurde der Friedhof wieder geschlossen.

 

Vom Friedhof zum Park

Und schon im Jahre 1910 verkaufte die Ev. Kirchengemeinde den Friedhof für eine Summe von 4.000 Mark an die politische Gemeinde Halver. Die Bedingung, die dabei gestellt wurde, war, dass dieses Gelände niemals bebaut und nur als Park genutzt werden dürfe. Diese Bedingung wurde auch ins Grundbuch eingetragen.

Im Jahr 1911 wurde der Friedhof, auf dem auch Amtmann Wilhelm Schmidt beigesetzt worden war, schließlich eingeebnet und in einen Park umgestaltet. Dieser erhielt den Namen „Hohenzollern-Park“, weil ursprünglich geplant war im Park ein Kaiserdenkmal zu errichten. Doch wurde dieses Vorhaben nie ausgeführt.

 

Das Denkmal für Amtmann Wilhelm Schmidt

Amtmann Wilhelm Schmidt starb am 25.Mai 1845 und wurde vier Tage später, am 29. Mai 1845, beigesetzt. Ende Mai erschien im Wochenblatt für den Kreis Altena ein Nachruf, den ein Freund verfasst hatte. Abschließend heißt es dort: „Eine ungeschmeichelte Grabrede rührte die Gemüter der Anwesenden und möge der Wunsch des Redners in Erfüllung gehen, dass man dem Verewigten außer in den Herzen der lebenden Gemeindeglieder auch ein Denkmal für ewige Zeiten errichten werde."

Und so kam es dann auch. Schon kurz nach seinem Tod wurde Amtmann Wilhelm Schmidt in Anerkennung seiner hervorragenden Tätigkeit für Halver von der Gemeinde Halver mit Spendengeldern ein Denkmal aus heimischem Sandstein errichtet. Dieser Gedenkstein, ein schlichter Obelisk, blieb auch bei der Umgestaltung des Friedhofs zum Park erhalten, führte aber dann ein Schattendasein hinter Büschen und Bäumen. Algenbewuchs und die Witterungseinflüsse ließen kaum noch die Inschrift und Symbole des Steins erkennen.

Anlässlich des 150jährigen Bestehens der Sparkasse Halver-Schalksmühle, die als Amts-Sparkasse am 1. Juli 1844 ihre Türen öffnete und die die erste Sparkasse im Regierungsbezirk Arnsberg in der Trägerschaft einer Landgemeinde war, erinnerte man sich auch wieder an den Gründer, der kein anderer war als eben Amtmann Wilhelm Schmidt. So ließ man Mitte der 1990er Jahre den Gedenkstein, an dem deutlich der Zahn der Zeit genagt hatte, restaurieren und von den Büschen freilegen. Der Standort an der Parkseite zur Gerhard-Bergmann-Straße ist vermutlich aber nicht mit dem Standort des Grabes von Amtmann Wilhelm Schmidt identisch.

 

Das Ehrenmal

Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahre 1928, wurde in der Mitte des Parks vom Halveraner Bauunternehmer Carl Brückmann nach den Plänen des Berliner Architekten und Bildhauers Professor Hans Dammann, der auch den Entwurf für das Standbild des Soldaten machte, ein Ehrenmal errichtet, das an die von 1914 bis 1918 gefallenen Halveraner erinnert. Die Kosten von rund 10.000 Mark wurden von Halveraner Bürgern und Firmen gespendet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es um die Halveraner Gefallenen auch dieses Krieges erweitert. Seit dem 28. Januar 1983 gehört das Ehrenmal zu den denkmalgeschützten Bauwerken. Tradition ist es, das von offiziellen Vertretern der Stadt Halver am Volkstrauertag hier der Opfer der Kriege gedacht und ein Kranz niedergelegt wird. Auch der Löschzug Mitte der Freiwilligen Feuerwehr Halver hält am Ehrenmal am Volkstrauertag eine Gedenkstunde ab.

Eine Gruppe junger Leute, die sich selbst Venceremos nennen und politisch links stehen, stellten 2002 einen Antrag an die Stadt Halver eine Zusatztafel am Ehrenmal anzubringen. Sie sollte den Zusatz enthalten, dass dieses Denkmal heute „Erinnerung an alle Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibung und Mahnung zur friedlichen Verständigung unter den Völkern“ ist. Dies wurde jedoch vom Rat der Stadt abgelehnt: „Das Ehrenmal wird weder verändert noch mit einer Zusatztafel versehen.“

Gut acht Jahre später gab es dann doch noch eine (separate) Erinnerungstafel beim Ehrenmal, die zumindest im Großen und Ganzen den Wünschen der Venceremos entspricht. Sie wurde im Anschluss an die Kranzniederlegung am Volkstrauertag 2010 enthüllt. Als Initiator gilt der damalige Ratsherr Matthias Clever (Grüne). Die Tafel verweist darauf, dass das Ehrenmal, das seinerzeit in Erinnerung an die gefallenen Soldaten errichtet wurde, nun eine Erinnerung an alle zivilen Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibung sei. Zugleich solle es eine Mahnung zur friedlichen Verständigung unter den Völkern sein.

 

Der Tag, an dem die Linde fiel…

Mitten in der Mittagszeit, gegen 12.45 Uhr am Donnerstag, dem 12. Juli 2012, gab es einen ohrenbetäubenden Knall. Die Mitarbeiter des in unmittelbarer Nähe liegenden Bürgerzentrum Am Park dachten zuerst an einen Verkehrsunfall, wie die Heimatzeitung berichtete. Aber dem war glücklicherweise nicht so. Eine knapp 60 Jahre alte Linde war, vermutlich aus Gründen von sogenannten Fallwinden, urplötzlich umgekippt und auf die rechte Seite des Ehrenmals gefallen. (Link zum Pressefoto der umgestürzten Linde.) Verletzt wurde zum Glück niemand.

Das hat dabei einen erheblichen Schaden genommen. Steine sind herausgebrochen und die Tafel mit den Namen der gefallenen Soldaten beschädigt. Auch das Mauerwerk wurde erheblich durch den Aufprall in Mitleidenschaft gezogen. In ihm klaffen dicke Risse. Wegen der Gefahr, dass weitere Steine herabstürzen könnten, wurde rund um das Ehrenmal eine Absperrung errichtet. Die Schadenshöhe betrug nach ersten Schätzungen ca. 10.000 Euro.

Am 18. November 2012, vier Monate und 6 Tage nach dem Sturz der Linde, war Volkstrauertag. Da der Schaden am Ehrenmal in Höhe von rund 10.000 Euro leider immer noch nicht repariert wurde, fiel die Kranzniederlegung am Ehrenmal und die sonst dort üblichen Gedenkfeierlichkeiten aus und mussten ersatzweise an anderen Orten, wie beispielsweise dem ev. Friedhof, stattfinden.

Eine Angebotsauszeichnung der Stadt für die Reparatur wurde zwischenzeitlich zurückgezogen. Da blieb nur noch auf das Frühjahr zu hoffen und dass sich dann endlich etwas dort tun würde. Und auch die Anlagen (Vegetation und Wege) im Park bedürften mal einer intensiven Pflege. Hier sind auch die heimischen Firmen gefragt, die sicherlich auch einmal ein wenig dazu beitragen könnten, dass Halver wieder ein wenig attraktiver wird…

 

Ehrenmalsanierung für 20.000 €

Im Sommer 2013, nach einem Jahr, kam endlich Bewegung in die Sache mit der Ehrenmalsanierung. Wie Michael Schmidt von der Stadt Halver, Fachbereich „Bauen und Wohnen“, der Heimatzeitung Allgemeiner Anzeiger Anfang Juli 2013 gegenüber bestätigte, sei der Reparaturauftrag für das Ehrenmal inzwischen erteilt worden. Die Sanierungsmaßnahme solle noch zum Monatsende beginnen und bis spätestens zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein. Es wird keine reine Instandsetzung werden, sondern gleichzeitig auch eine Reinigung des Ehrenmals.


Auf Grund des bestehenden Denkmalschutzes mussten dabei zahlreiche Kriterien berücksichtigt werden, was eine zusätzliche und besondere Herausforderung für die Sanierung darstellte. Zu den einzuhaltenden Vorgaben zählten unter anderem auch die Wahl des Sandsteins sowie die korrekte Zusammensetzung des Mörtels. „Wir befinden uns in Gesprächen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der uns dahingehend berät“, sagte Michael Schmidt. Insgesamt wurden für die Arbeiten am Ehrenmal 20.000 €, also doppelt soviel wie die Sanierung ursprünglich kosten sollte, im Etat 2013 eingeplant.

 

Nach mehr als 13 Monaten traurigen Schattendaseins begannen dann endlich die Sanierungsarbeiten am Ehrenmal – mit Verspätung in der zweiten Augusthälfte und die optimistischen Äußerungen, dass man zu Ende der Sommerferien damit fertig sein wolle, konnten somit natürlich auch nicht eingehalten werden. Der Sandstein des Ehrenmals wurde gereinigt und mit einer speziellen Mörtelmischung nach den strengen Vorgaben des Landschaftsverbandes verfugt. Damals (21.09.2013) fehlte immer noch das mittlere Element des Architravs. Das musste durch einen Steinmetzbetrieb in Herdecke erneuert werden, da das alte Element gerissen und ein Risikofaktor geworden war. Noch konnte niemand sagen, wann das Ehrenmal endlich wieder fertig würde. Aber die Verantwortlichen waren mal wieder optimistisch, dass am Volkstrauertag 2013 (17.11.2013) die Kranzniederlegung wieder am Ehrenmal im Hohenzollernpark stattfinden kann.

 

Ende Oktober war das mittlere Architravstück endlich fertig und sollte dann am 26. Oktober 2013 eingesetzt werden. Doch dann streikte die Technik und der Kran, der den rund 1,6 Tonnen schweren Sandstein hochheben sollte, war nach Aussagen des die Arbeiten durchführenden Sanierungsspezialisten Torben Gelhausen aus Meinerzhagen defekt. Am 4. November 2013 war es dann endlich doch soweit und die Lücke konnte wieder geschlossen werden. Für die letzten Feinarbeiten, wie beispielsweise das Verfugen, musste man allerdings noch auf besseres Wetter warten. Doch auch dies konnte dann noch vor dem nahenden Volkstrauertag erledigt werden und die Heimatzeitung verkündete am 12. November 2013 die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten.

 

Traditionell wieder Kranzniederlegung am Ehrenmal

Als Ehrengast am Volkstrauertag (17.11.2013) war auch Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann zu seinem ersten offiziellen Besuch nach Halver gekommen. Vor dem Beginn der Feierlichkeiten in der Lindenhofschule trug er sich dort noch in das Goldene Buch der Stadt Halver ein.

Anschließend ging es gemeinsam zum frisch sanierten Ehrenmal im Hohenzollernpark, wo eine gemeinsame Kranzniederlegung des Halveraner Bürgermeisters Dr. Bernd Eicker, Regina Reininghaus, Kurt-Dieter Neuhaus und Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann stattfand. Währenddessen spielte Lukas Berner auf der Trompete die Nationalhymne.

 

Die Verbrecher werden immer dreister

Am 20. Februar 2015 musste Vasilij Klassen von der Hochbaukolonne des städtischen Baubetriebshofs die Namenstafel an der linken Säule des Ehrenmals zum Richten und neu befestigen abnehmen, weil dreiste Metalldiebe in der Nacht zuvor versucht hatten diese abzureißen. Offenbar schrecken die Verbrecher vor nichts mehr zurück. Nachdem zuvor bereits kupferne Fallrohre und Dachrinnen am DRK-Gebäude und (mehrfach bereits) an der Johanneskapelle auf dem ev. Friedhof abgerissen und entwendet wurden, ist nun auch das Ehrenmal Opfer dieser offenbar professionellen Metall-Diebesbanden geworden, denn am Donnerstagmorgen (27.02.2015) musste man feststellen, dass die Verbrecher bei der zweiten Tafel (2. Säule von links) nun mehr Erfolg hatten, denn diese war nun ganz verschwunden. Bleibt nur zu hoffen, dass diese offenbar gewerbsmäßig tätigen kriminellen Diebesbanden bald gefasst und ihrer gerechten Strafe zugeführt werden können.

Knapp zwei Monate nach dem dreisten Diebstahl der Namenstafel hat sich gezeigt, dass die Reparatur der noch vorhandenen, aber ziemlich verbogenen Bronzetafel schwieriger ist, als ursprünglich angenommen. Ein Spezialist wird dafür benötigt. Ob die zuweite Namenstafel (die von der zweiten Säule von links) überhaupt jemals ersetzt werden kann ist fraglich, da man trotz intensiver Suche bisher die Namen der Tafel noch nicht nachvollziehen konnte. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Metalldiebe noch im Besitz der Tafel sein sollten, möchte ich an diese appellieren die Tafel zurückzugeben. Das könnte auch anonym geschehen, indem die Tafel z. B. während der Nacht vor dem Eingang des Rathauses abgelegt wird.

Hier sind jetzt auch die Bürger gefragt. Wer hat eventuell davon einmal Fotos gemacht und kann diese zur Rekonstruktion der Namenstafel der Stadt Halver zur Verfügung stellen? Dies scheint momentan die einzige Chance zu sein, die gestohlene Namenstafel zu ersetzen. Wer entsprechende Fotos hat, kann sich diesbezüglich montags unter der Telefonnummer (02353) 73118 mit Stadtarchivar Witscher in Verbindung setzen.

In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr Metalldiebstähle erfolgen, die auch vor Friedhöfen und historischen Gebäuden nicht Halt machen, hat die Stadt Halver am 17. Dezember 2015 die restlichen verbliebenen Bronzetafeln am Ehrenmal auf dem Hohenzollernpark demontieren und einlagern lassen. Die Reparaturkosten der beschädigten verbogenen Tafeln nicht mitgerechnet, die zweite gestohlene Tafel würde in der Rekonstruktion rund 20.000 Euro kosten, was sich die Stadt zumindest derzeit nicht leisten kann. Man denkt daher derzeit über einen Ersatz aus Kunststofftafeln nach, wenn sich dies dann mit den Denkmalbestimmungen vereinbaren lässt. Den 20.000 Euro Herstellungskosten neuer Platten steht ein Schrottwert von ca. 20 bis maximal 30 Euro gegenüber. Übrigens: Der Schrotthändler, der die Platte angenommen hat (oder noch annimmt) macht sich dabei zum Hehler und wird strafrechtlich verfolgt.

Und dann endlich, am 27. September 2018 hatte das Ehrenmal wieder vier neue Tafeln mit den rund 300 Namen der Gefallenen aus Halver im Ersten Weltkrieg. Wegen der Metalldiebe hatte man darauf verzichtet die neuen Tafeln aus Bronzeguss fertigen zu lassen, was ja 20.000 Euro pro Tafel, also insgesamt 40.000 Euro für die gestohlene und die beschädigte, gekostet hätte. Die neuen Tafeln waren von Stephan Rust von der Firma InWeBo Werbetechnik aus Acrylglas vor einer Alu-Verbundplatte mit Edelstahlhalterungen hergestellt worden. Die Kosten dafür betrugen 10.000 Euro für alle vier Platten. Anhand vorhandener Listen der Gefallen en hatte man zwischenzeitlich auch festgestellt, dass bei den ursprünglichen Platten einige Namen gefehlt haben. Diese waren nun ergänzt worden.

 

Umgestaltung des Parks

Bereits Anfang des Jahres 2015 wurden rigoros die Büsche im Park zurückgeschnitten. Ende Mai 2015 bearbeitete ein Traktor mit Fräse die ehemaligen Buschbereiche und entfernte damit Restpflanzen und Wurzeln aus dem Erdreich. Anschließend würde nach Auskunft der Stadt die Bereiche mit Mutterboden aufgefüllt und mit Grassamen eingesät. So müssen die Bereiche zukünftig nur noch gemäht werden und ermöglichen einen Einblick von allen Seiten auf den Park. Einige Wegbereiche werden ebenfalls zu Rasenflächen. In der Hauptsache bleibt der diagonale Weg zur Gartenstraße bestehen, wird aber durch den Wegfall der Stufen barrierefrei. Allerdings kann man noch keinen Termin für die Fertigstellung liefern, da die Arbeiten am Park nur so ganz nebenbei zu den anderen Tätigkeiten erfolgen…

Anfang Juli 2016 war der Hohenzollernpark wieder einmal mehr ein parteiübergreifendes Gesprächsthema einer Ratssitzung. Erneut ging es um die wild wuchernden Pflanzen, die zum Teil dem Unkraut zugeordnet werden müssen. So zum Beispiel meterhohe Ochsenzungen und wild zuwuchernde Wege. Und wieder einmal wurde darauf verwiesen, dass der Bauhof der Stadt aus Kostengründen nicht genügend Personal habe um der misslichen Situation Herr zu werden. So war der Hohenzollernpark auch in der Bürgermeistersprechstunde von Michael Brosch am 8. Juli 2016 ein Gesprächsthema. Da hieß es dann, dass mittelfristig wohl die Büsche und pflegeaufwändigen Bepflanzungen durch Rasen zu ersetzen seien. Eine solche Einstellung ist schade und schadet dem Ansehen des Parks – und damit auch dem der Stadt. Unterstützung bei diesem Vorhaben wurde von der Flüchtlingshilfe angeboten. Das ist eine gute Idee, können doch so die Flüchtlinge mit einem kleinen Beitrag dazu beitragen ihre Kosten zu rechtfertigen. Hut ab, vor denen, die da mitmachen.

Ende November 2018 war der Zustand des Hohenzollernparks wieder einmal Gesprächsthema der Politik. Mit einem entsprechenden Antrag will die SPD-Fraktion Halver den Anstoß geben den Park zu sanieren, schöner und vor allem auch barrierefrei zu gestalten. Bis zum März 2019 hat sich aber offenbar noch nichts in dieser Sache getan. Obwohl die Stadt Halver die Wege und kaputten Mauerteile noch 2019 aus eigenen Mitteln wiederherstellen wollte, klappt es 2019 dann, wie befürchtet, immer noch nicht. Wie es bei der Sitzung des Fachausschusses vom 26. Juni 2019 hieß, sollen nun diese Arbeiten im kommenden Jahr (2020) in Form einer Fremdvergabe ausgeführt werden. Die geschätzten Kosten belaufen sich dabei laut Bauamt auf rund 60.000 Euro.

Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen hat am 10. März 2020 beschlossen den Hohenzollernpark endgültig wieder instant zu setzen. Mauern und Treppen sind mit 10.000 Euro veranschlagt und für das Umfeld werden mit Kosten in Höhe von 50.000 Euro gerechnet. Da wir jetzt bereits Mitte August haben scheint es fraglich, ob die Sanierungsarbeiten noch in diesem Jahr ausgeführt werden können.

Das hat sich inzwischen ja auch bestätigt. Die Sanierungsmaßnahme wurde inzwischen für 2021 geplant. Dann könnten die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. So wurde es zumindest am 22. September 2020 im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen der Stadt Halver beschlossen. Dabei wurden auch die Planungen zum Park vorgestellt, die die städtische Architektin Katrin Siegmund erarbeitet hatte. Ziel der Parksanierung ist nicht nur eine Verschönerung des Parks, sondern auch eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Park. Eine bisherige Wegführung mit Stufen soll entfallen und ebenso barrierefrei werden wie sämtliche Zugänge zum Park. Auch die halbdiagonalen Trampelpfade in der Wiese, die von Parkbenutzern „angelegt“ wurden, sollen ins Konzept eingearbeitet werden. Angelegt werden sollen die neuen Wege mit einem selbstverdichtenden Steinmehl. An der Parkseite zur Von-Vincke-Straße sollen genauso neue Sitzmöglichkeiten geschaffen werden wie im Park verteilt mittels monolithischer Sitzblöcke. Gestalterisch wird dies dem neuen Rathausumfeld angepasst. Bäume sollen bei dieser Maßnahme nicht fallen erklärte Bauamtsleiter Michael Schmidt auf eine Anfrage von Karl-Friedrich Osenberg vom Bündnis 90/die Grünen. Der voraussichtliche Kostenpunkt der geplanten Sanierungsmaßnahme wurde im September 2020 noch mit 120.000 Euro angegeben.

Rund zwei Wochen später, am 5. Oktober 2020, musste Bauamtschef Michael Schmidt während einer Ratssitzung allerdings mitteilen, dass sich die Kosten der Sanierungsmaßnahme so, wie geplant, auf 220.000 Euro belaufen würden – also 100.000 Euro mehr wie ursprünglich gedacht. Das resultierte auch daraus, dass das Beleuchtungskonzept des Parks überdacht und modifiziert wurde. Ebenso sollen jetzt neu auch zwei sogenannte Insektenhotels im Park aufgestellt und an den Bäumen Hinweistafeln angebracht werden. Auf diesen soll die Baumart und der ökologische Nutzen für die Stadt erklärt werden. Durch diese zusätzlichen Maßnahmen sieht Michael Schmidt eine Chance auf eine 100-Prozent-Förderung durch das NRW-Förderprojekt „Grüne Infrastruktur“. Bürgermeister Michael Brosch sprach sich klar für die Sanierungsmaßnahme des Parks aus. Dies werte auch das Umfeld der künftigen Seniorenwohnanlage, die die WHS auf der gegenüberliegenden Straßenseite erstellt, deutlich auf. Der Rat stimmte der Baumaßnahme einstimmig zu und die Förderung des Projektes wurde danach kurzfristig beantragt, da bereits am 14. Oktober 2020 die Einreichungsfrist für die Förderanträge ablief.

Inzwischen schreiben wir August 2021 und es hat sich nunmehr seit mehr als sechs Jahren, nachdem die Parksanierung geplant wurde, immer noch nichts getan. Ein bisheriger Förderantrag der Stadt zur Sanierung war vergeblich. Doch es wurde weiter versucht und ein neuer Antrag im Rahmen des „Bundesprogramms zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ gestellt. Während Bürgermeister Michael Brosch optimistisch ist, weil mit dem Programm historische Elemente mit der Förderung erhalten werden sollen, was ja das Ehrenmal darstellt, ist Bauamtsleiter Michael Schmidt eher skeptisch. Und so sagte er noch Ende April 2021, dass es in 2021 keine Realisierung der Parksanierung geben wird.

 In der ersten Junihälfte 2021 stand nach der Sitzung des Haushaltsausschusses im Bundestag fest: Die Parksanierung wird mit 198.145 Euro gefördert. Das bestätigten am Mittwochnachmittag (09.06.2021) zeitgleich die Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider (CDU) und Nezahat Baradari (SPD). Damit ist der größte Teil der Kosten für die Parksanierung gedeckt. Die Sanierung ist aus verschiedenen Gründen dringend erforderlich: 1. ist der Park nicht barrierefrei, was sich dringend ändern muss. 2. ist der Park inzwischen völlig unansehnlich geworden und muss dringend wieder attraktiv gestaltet werden. 3. Haben die Bäume des Parks in den letzten drei Trockenjahren extrem gelitten, was auch auf die teilweise Versiegelung des Parkbodens zurückzuführen ist. Diese Versiegelung muss rückgängig gemacht werden, damit auch die Bäume auf Dauer erhalten bleiben.

Der Park muss, und das ist im Grundbuch eingetragen, immer als Park erhalten bleiben. Dies war als Bedingung gestellt, als die ev. Kirchengemeinde Halver das ehemalige Friedhofsgelände (was der Park ja ursprünglich war) an die politische Gemeinde Halver verkauft hat. Der Hohenzollernpark dient am Volkstrauertag als Versammlungsort zur Kranzniederlegung am Ehrenmal oder auch als Versammlungsort an Fronleichnam. Zudem wird er vom benachbarten CVJM bei größeren Events als Veranstaltungsort im Freien genutzt. Und, wenn die Seniorenwohnungen, die dem Park direkt gegenüber an der Von-Vincke-Straße gerade entstehen, fertig und bezogen sind, dann ist dort auch wieder mit einer stärkeren Frequentierung des Parks zu rechnen, ist Bürgermeister Michael Brosch überzeugt. – Natürlich immer vorausgesetzt, dass der Park endlich saniert und barrierefrei wird…

 

Eine Linde für den Bürgermeister

Schon für Halvers ersten hauptamtlichen Bürgermeister, Hans-Jürgen Kammenhuber, war damals eine Linde im Hohenzollernpark gepflanzt worden. Dies geschah als symbolischen Da nk für seine Verdienste für die Stadt Halver.

Nach elfjähriger Amtszeit bekam auch Kammenhubers Nachfolger, Dr. Bernd Eicker, als Dank für seine Verdienste für die Stadt Halver eine Linde im Hohenzollernpark. Die Pflanzung fand am Mittwoch, dem 29. Juni 2016 im zweiten Anlauf (der erste Termin war verregnet) statt. Dr. Eicker stellte klar, dass es nicht sein persönlicher Baum sei, sondern ein Baum für alle Halveraner. Und dass es eine Linde war, das war ihm auch sehr wichtig gewesen. Schließlich ist die Linde ja auch der Wappenbaum in Halvers Stadtwappen.

 

Quellen- und Literaturhinweise

Allgemeiner Anzeiger: „Gedenken an Opfer"; Allgemeiner Anzeiger, 12.11.2013
Allgemeiner Anzeiger (slo): „Park-Sanierung nicht in Sicht"; Allgemeiner Anzeiger, 24.04.2021
Domke, Friederike: „Architrav-Element des Ehrenmals wird ausgetauscht"; Allgemeiner Anzeiger, 05.09.2013
Domke, Friederike: „Schwierige Reparatur"; Allgemeiner Anzeiger, 15.04.2015
Domke, Friederike & Zacharias, Kerstin: „Bausteine für eine friedvollere Welt“www.come-on.de, 15.11.2010
Freiwillige Feuerwehr Halver: „Aktivitäten“www.feuerwehr-halver.de, [19.11.2012]
Heimatverein Halver e.V. (Hrsg.): „Historischer Rundgang"; Bell Verlag, Halver o.J.
Hesse, Florian: Gedenktafeln sichergestellt"; Allgemeiner Anzeiger, 18.12.2015
Hesse, Florian (flo): „Linde im Park für Dr. Bernd Eicker: Dank des Rates für elf Dienstjahre"; Allgemeiner Anzeiger, 01.07.2016
Hesse, Florian (flo): „Hohenzollernpark Thema auch in Bürgermeistersprechstunde"; Allgemeiner Anzeiger, 09.07.2016
Hesse, Florian (flo): „Mit Engagement für den Hohenzollernpark"; Allgemeiner Anzeiger, 29.11.2018
Hesse, Florian: „Laufende Bauvorhaben Thema im Fachausschuss“; Allgemeiner Anzeiger, 28.06.2019
Hesse, Florian: „Der Hohenzollernpark wird schön"; Allgemeiner Anzeiger, 24.09.2020
Hesse, Florian: „Warmer Regen von Bund und Land"; Allgemeiner Anzeiger, 14.06.2021
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „Vom Kirchhof zum Hohenzollernpark“www.derwesten.de, 01.08.2008
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „Würdiges Denkmal für Amtmann Schmidt“www.derwesten.de, 06.08.2008
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „Wie aus einem Friedhof ein Park wurde"; Allgemeiner Anzeiger, 16.09.2013
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „Gedenken der Opfer und Mahnung des Friedens"; Allgemeiner Anzeiger, 08.09.2018
Lorencic, Sarah (slo): „Instandsetzung des Hohenzollernparks: Mauern und Treppen werden erneuert"; Allgemeiner Anzeiger, 13.03.2020
Opfermann, Johannes (joop): „Ersatz für Bronzetafeln“; Allgemeiner Anzeiger, 28.09.2018
Peuckert, Jana: „Eintrag ins Goldene Buch"; Allgemeiner Anzeiger, 18.11.2013
Peuckert, Jana & Finger, Benny & Schönwies, Laura & Dettlaff, Ursula: „,Die Erinnerung an die Geschichte ist wichtig, um eine Lehre für die Zukunft zu ziehen'"; Allgemeiner Anzeiger, 18.11.2013
Pfannschmidt, Yvonne: Friedhof wird Hohenzollernpark“www.come-on.de, 27.04.2012
Ruthmann, Detlef: „Tafel vom Ehrenmal herausgerissen"; Allgemeiner Anzeiger, 27.02.2015
Ruthmann, Detlef: Neues Aussehen für den Park"; Allgemeiner Anzeiger, 30.05.2015
Venceremos: „Ratssitzung lehnt Gedenktafel ab!“judos.katze.dk, [19.11.2012]
Westfälische Rundschau: „Rat gegen Zusatztafel für das Denkmal im Hohenzollernpark“; judos.katze.dk, 09.07.2002
Wikipedia: „Liste der Baudenkmäler in Halver“de.wikipedia.org, 07.06.2012
Witzel, Julian: „Die Hoffnung auf Fördergelder“; Allgemeiner Anzeiger, 07.10.2020
Zacharias, Frank: Linde fällt auf Ehrenmal – rund 10 000 Euro Schaden“www.come-on.de, 12.07.2012
Zacharias, Frank: „‚Frischzellenkur' fürs Ehrenmal";www.come-on.de, 06.07.2013
Zacharias, Frank: „Auf die richtige Mischung kommt es an"; Allgemeiner Anzeiger, 28.08.2013
Zacharias, Frank: „Lückenschluss am Ehrenmal"; Allgemeiner Anzeiger, 05.11.2013
 
 

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