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Offener Brief an Stadt Halver, Politik, Presse u.a.


Keine neue Gewerbefläche im Bereich Halver-Oeckinghausen rechts der B229!

 


Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die landwirtschaftlichen Flächen im Bereich Halver-Oeckinghausen, rechtsseitig (von Halver kommend) entlang der B229, sind aktuell im Regionalplan in einer Größenordnung von insgesamt 21 Hektar als neue Gewerbefläche (neues Gewerbegebiet) vorgeschlagen worden. Ähnlich war es bereits 2017 zur Sprache gekommen. Doch dann wurde es dazu wieder ruhig und so schien die Gefahr hier weitere Grünflächen zuzubetonieren vom Tisch. Doch leider ist dieser Plan nun offensichtlich aktueller denn je.

 

Die im Regionalplan ausgewiesene Gewerbefläche umschließt die neu geplante und augenscheinlich kurz vor Baubeginn stehende neue Rettungswache. Der an diesem Standort befindliche Wanderparkplatz soll dafür etwas verlegt und aufwändig neu gebaut werden. Wofür? Wenn der Regionalplan umgesetzt wird, ist dies vergebliche Liebesmüh und zum Fenster hinausgeworfenes Geld, das man sich bzw. der Stadtkasse sparen kann. Wer braucht demnächst schon einen Wanderparkplatz im Gewerbe-/Industriegebiet? Der würde dann doch sowieso nur von den Mitarbeitern und Besuchern der umliegenden Firmen zugeparkt werden.

 

Was aber viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass mit der Umsetzung des Regionalplans wieder große Grünflächen (21 Hektar!) vernichtet werden. Wo bleibt da eigentlich der viel diskutierte und beschworene Umwelt- und Klimaschutz? Die Erfinder dieses (unsinnigen) Regionalplans sitzen wohl an irgendwelchen, oft ortsfremden, Schreibtischen und haben nur Dollarzeichen in den Augen. Hier geht es doch nur um Finanzen, nicht um Umwelt- und Naturschutz. Hier geht es um Großfirmen, die noch mehr Geld verdienen wollen – ohne Rücksicht auf die Anlieger und Naturfreunde. Haben wir nicht schon genug Grünflächen verloren? Ganze Wälder fielen in den letzten Wochen und Monaten dem Borkenkäfer zum Opfer. Statt weitere Grünflächen zu vernichten sollte man sich lieber bemühen die alten zu erhalten und die Wälder wieder aufzuforsten.

 

Was mich und sicherlich auch unzählige andere Mitbürger besonders ärgert ist die Tatsache, dass mehr als drei Viertel der 21 Hektar großen Fläche, nämlich 16 Hektar, Lüdenscheid zur Verfügung stehen soll. Wir Halveraner Bürger wollen in Halver keine riesigen Gewerbeflächen für andere Städte unserer grünen Umwelt entreißen und dann irgendwann einmal von Halver in andere Regionen fahren um noch im Grünen spazieren gehen zu können. Mit den Grünflächen werden auch Tiere vertrieben und vernichtet. Schon jetzt kann man beobachten, dass immer mehr Vögel, Eichhörnchen, Insekten und andere Tiere aus unserer Region verschwinden. Darunter auch artengeschützte.

 

Halvers ehemalige landschaftlich schöne Lage und Umgebung hatte Ludwig von Vincke bei einem Besuch in Halver zu der Äußerung veranlasst, Halver sei „das schönste Dorf Westfalens“. Ludwig von Vincke war bekanntlich von 1815 bis 1844 Oberpräsident der neu gegründeten preußischen Provinz Westfalen. In Halver erinnert heute der Straßenname „Von-Vincke-Straße“ an ihn. Was würde er wohl heute über Halver sagen – angesichts solcher Regionalpläne?

 

Mit der Verleihung der Stadtrechte wurde aus dem ehemals „schönsten Dorf Westfalens“ die „Stadt im Grünen“. Seit 1975 gehört Halver kreismäßig zum Märkischen Kreis und somit zu Südwestfalen. Dies ist eine der stärksten Industrieregionen in Deutschland. In seiner „Stadtgeschichte“ auf der Homepage der Stadt Halver schreibt Halvers früherer Stadtdirektor und Bürgermeister Hans-Jürgen Kammenhuber: „Trotz Industrialisierung hat Halver den großen Vorteil, dass es wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage nie den Eindruck einer Industriestadt vermittelt. Die Stadt darf sich zu Recht als ‚Industriestandort im Grünen‘ bezeichnen.“ Zu diesen Äußerungen und den immer weiteren Gewerbeflächen habe ich bereits vor Jahren geschrieben: „Allerdings müssen Halvers Stadtväter heute mehr denn je darauf aufpassen, dass es auch in Zukunft so bleibt, denn inzwischen sollen hektarweise weitere Grünbereiche neuen Gewerbeflächen zum Opfer fallen. Aus Grün könnte dann ganz schnell Grau entstehen…“

 

Was da jetzt in Form des Regionalplans an den Schreibtischen (u.a.) im Regierungspräsidium Arnsberg entstand ist für uns Halveraner Bürger ein absolutes No-Go! Wir Halveraner Bürger wollen nicht (länger) mehr uns von anderen, Nicht-Halveranern, vorschreiben lassen, wie sich Halver in Zukunft kaputt entwickeln und verwandeln soll. Wir wollen unsere grüne Umwelt behalten – solange es noch geht. Was heute kaputt entwickelt wird, können unsere Kinder und Kindeskinder nie wieder gut machen. Alle reden von Umwelt- und Klimaschutz. Aber niemand tut etwas dafür. Im Gegenteil, wie man hier am Beispiel des Regionalplans wieder einmal mehr sieht. Lasst uns doch endlich damit anfangen, denn morgen kann es schon zu spät sein. Und wir haben nur die eine Erde und das eine Halver. Wir wollen das Gewerbegebiet nicht – und schon gar nicht 16 Hektar Gewerbeflächen von unserer Stadt für Lüdenscheid!

 

Industriebetriebe zogen bereits wieder ab. Es gibt Leerstände in den vorhandenen Gewerbeflächen. Warum neue planen und nicht erst einmal die alten Leerstände füllen? Das trifft genauso für Geländefreiflächen in den vorhandenen Gewerbegebieten zu.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Axel Ertelt, Halver (25.02.2021)

 



Noch bis zum 30. Juni 2021: Jetzt direkt bei der Bezirksregierung Widerspruch einlegen

(Aktualisiert) Noch kann jeder etwas bewirken! Nutzt (falls noch nicht geschehen) die letzten Tage als Möglichkeit jetzt noch direkt bei der Bezirksregierung in Arnsberg Widerspruch gegen das geplante Gewerbegebiet in Oeckinghausen-Süd einzulegen

Die Auslegungsfrist des Regionalplanes der BRA (siehe Amtsblatt Nr. 52/53 2020) endet am 30. Juni 2021. Danach soll der Plan in Arnsberg überdacht und gegebenenfalls geändert (oder gecancelt?) werden. Noch kann jeder Einzelne etwas für die Umwelt, die Landwirtschaft, die Natur, den Tierschutz und das Klima bewirken. Schreibt euren gut begründeten Protest nicht nur gegen das geplante interkommunale Gewerbegebiet Oeckinghausen-Süd (5 Hektar für Halver, 16 Hektar für Lüdenscheid), sondern auch generell gegen ein (kommunales) neues Gewerbegebiet in Oeckinghausen-Süd an die Bezirksregierung. Je mehr Proteste dort eingehen, je größer die Chance etwas zu bewirken. Eure Stellungnahmen könnt ihr wie folgt einreichen:

1. auf dem Postweg an Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 32, Regionalentwicklung, Seibertzstraße 2, 59821 Arnsberg

2. per Fax an 02931/82-2520

3. per E-Mail an beteiligung-mk-oe-si@bra.nrw.de

4. durch Einreichen oder mündlich zur Niederschrift bei der unten genannten Auslegungsstelle zu den angegebenen Auslegungszeiten nach telefonischer Terminvereinbarung (Frau Grümme 02931-82-2300 oder Frau Kale 02931-82-2301): Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 32 – Regionalentwicklung, Seibertzstraße 2, 1. Zwischengeschoss, 59821 Arnsberg. Montag bis Donnerstag von 08:30 bis 12:00 Uhr und 13:30 bis 16:00 Uhr, Freitag von 08:30 bis 14:00 Uhr.




Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 14.06.2021 12:39:50 Uhr.
 


 

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